Freitag, 7. Juli 2017

Panama 2017

Oh, wie schön ist Panama! - Mit diesen Worten verzauberten Janosch's kleiner Bär und der kleine Tiger bereits meine Kindheit. Ich hätte nie gedacht, dass ich dieses Märchenland einmal für mich selbst entdecken durfte.

Aber genau so ist es dieses Jahr dann doch gekommen!

Mit dem guten Julian aus Braunschweig schmiedete ich kurzfristig einen Plan, für eine gemeinsame Reise nach Panama. Zwei Wochen sollten wir unterwegs sein. Allerdings nicht ausschließlich, auf den Spuren der Tigerente.

Am 5. Februar, nicht einmal eine Woche nachdem Julian und ich aus Ägypten zurück in Deutschland waren, machten wir uns auf den Weg nach Luxemburg, von wo aus unser Flug nach Panama startete. Aber so weit waren wir leider noch lange nicht. Erst einmal ging es Abends mit einem Bus nach Düsseldorf und gegen 21 Uhr dann nochmals, die halbe Nacht mit einem anderen Bus durch Deutschland, bis wir dann endlich in Luxemburg angekommen waren. Wir hatten noch immer ein paar Stunden Zeit bis das Boarding am Morgen begann.

Als es dann endlich in die Lüfte ging, war unser Flugziel nicht erst Panama. Nein. Es ging nämlich zuerst nach Frankfurt, von wo aus wir in eine größere Maschine umsteigen mussten. (Ich hatte ein paar Wochen zuvor bei unserer zugehörigen Fluggesellschaft Lufthansa angefragt, ob es nicht möglich sei, dass wir nicht einfach in Frankfurt zu steigen könnten...was anscheinend logistisch leider nicht möglich gewesen war...)

Nun ja, nach gerade einmal fünfzigminütiger Flugzeit waren wir dann auch schon in Frankfurt am Main. Und dann der Schreck! Ich war so gerädert von dem letztem Tag, dass ich mein Handy und meinen Pass im Flugzeug habe liegen gelassen. Mir blieb bei der Erkenntnis kurz der Atem stehen. Ich lief schnell zum Busfahrer, der gerade dabei war Julian, mich und die anderen Passagiere an einem Gate abzusetzen. Dem Fahrer des Buses war es leider nicht möglich zurück zum Flugzeug zu fahren, sodass ich mein Zeug holen konnte, aber er hat uns geraten, uns sofort mit dem Serviceteam des Flughafens auseinanderzusetzen. Der Fahrer war so freundlich und brachte uns unverzüglich zu den Infoschaltern. Wir schilderten dort unsere brenzlige Situation und das unser Weiterflug nach Panama bereits um 12 Uhr sei.

Die freundlichen Mitarbeiterinnen am Schalter gingen das Problem sofort an und telefonierten eine Weile mit den zuständigen Abteilungen herum. Nun hieß es auf eine Rückantwort warten. Julian und ich setzten uns in den Wartebereich gegenüber vom Service Center. Ich bekam ein wenig Schuldgefühle und in mir kamen diese typischen "Was wäre wenn...?"- Fragen hoch. Ich wollte in erster Linie natürlich nicht Julian alleine fliegen lassen. Zur Not hätte ich ja die nächste Maschine nehmen können, hatte ich mir überlegt. Und so warteten wir etwa zwei Stunden. Alle Hoffnung aufgegeben, winkte uns die Service Mitarbeiterin zu. - "Sie hätten meinen Pass und mein Handy gefunden! ...Ein Mitarbeiter sei unterwegs mit den Sachen zur Bundespolizei, ein Gate weiter!" Wir machten uns sofort auf den Weg zum nächsten Gate. Völlig verschnauft kamen wir dann an der Polizeistation des Flughafens an. Noch immer kein Mitarbeiter in Sicht. Die Polizisten wussten leider auch von Nichts. Dann endlich! Nach fünf langen Minuten des Wartens, kam ein Mitarbeiter mit meinen Sachen an. Es gab nun also doch wieder Hoffnung für uns. Auf den letzten Drücker haben wir es dann doch noch ins Flugzeug geschafft. Unglaublich! Das Boarding für unseren Flug war so gut wie beendet gewesen. Die Flugbegleiter haben uns schon böse Blicke zugeworfen, als wir ankamen. Als ich dann endlich auf meinem Sitzplatz im Flieger saß, war es, als ob mir all meine Lasten von den Schultern genommen wurde. Julian und ich konnten über den Vorfall dann im Flieger nur noch lauthals lachen.

Jetzt ging es los, nach Panama!

Nach knapp 13 Stunden Flugzeit landeten wir im Tocumen International Airport, in Panama City. Noch einmal eine gute Stunde verging, bis wir durch den Check Out durch waren. Die Mitarbeiter sahen hier alle sehr jung aus. Beinahe wie Teenager, so kam es mir zumindest vor. Naja, mit dem Taxi ($20 die Fahrt) fuhren wir zuerst einmal in die Altstadt von Panama City, Casco Viejo. Von Casco Viejo aus, konnten wir unsere ersten Blicke auf die gigantische Skyline von Panama City erhalten.


Es ging jetzt in unser erstes Hostel, welches im Netz weltweit, große Beliebtheit anfand. Dem "Lunas Castle". Julian und ich kamen aus dem Schmunzeln gar nicht mehr heraus, als wir durch das coole Hostel spazierten. Überall Hängematten, ein Billardtisch, eine Bar, coole Dudes und Dudines. Wir waren zwar nun beide schon über 30 Stunden wach und wollten darum am liebsten sofort ins Bett fallen, aber wir durften jetzt einfach noch nicht Schlafen gehen. Wir chillten noch ein wenig in Hängematten und ich schrieb an einem Fenster, mit Blick auf die Altstadt, einer frischen Meeresbrise und entspannender Fiedelmusik, die von der Straße zu hören war, meinen ersten Logbucheintrag. Irgendwann ging es dann aber doch in die Heia. Wir bezogen unsere Betten, in einem sehr chilligen 12-Bett Zimmer.



Am nächsten Morgen sind wir richtig früh aufgestanden. Taschen gepackt...geduscht...und haben in der Küche des Hostels ein paar Pancakes für uns zubereitet. Die waren hier im Preis mit inbegriffen. Man musste sie eben nur selbst zubereiten. Nachdem wir fertig waren, zogen wir los, um uns Casco Viejo anzuschauen.

Ich habe mich schon jetzt total in Panama verliebt. Zugegeben, die Armutszustände hier, sind nicht sehr schön mit anzusehen. Aber davon ab, ist die architektonische Baukunst von Casco Viejo sicher etwas was Seinesgleichen sucht. Und auch das gute Wetter lädt einen einfach nur ein, um glücklich zu sein.


Nach zwei Stunden on Tour verschlug es Julian und mich zu Domino's Pizza. Wir hatten beide schon wieder einen Bärenhunger. Danach sind wir in Richtung der Innenstadt, an der Küste entlang gegangen. Das Meer war auf dieser Seite extremst verschmutzt. Ein leichter Ölteppich zog sich die gesamte Küste entlang. Das war wohl den vielen Bohrinseln zu verschulden, die man in der Ferne im Ozean sehen konnte.

Nachdem wir uns das Bankenviertel und die riesigen Wolkenkratzer von Panama Stadt angeschaut hatten, fuhren wir mit dem Taxi ($10 die Fahrt) nach Miraflores, um uns den berühmten Panamakanal anzugucken. Der Panamakanal ist wohl das größte Wahrzeichen von Panama in den letzten 100 Jahren geworden. Für $15 Eintritt haben wir hier viel Wissenswertes über die Geschichte und die Wirtschaft von Panama lernen dürfen. Es gab einen Vorführraum, ein Museum und beste Sicht auf die Durchfahrtsschleuse des Kanals.



Fun Fact: Die Zollgebühren, die für Schiffe erhoben werden, die durch den Panamakanal fahren wollen, belaufen sich im Schnitt auf $150.000. Diese Summe kann allerdings noch deutlich ansteigen.

Vom Panama Kanal ging es dann mit dem Taxi ($5 die Fahrt) weiter zum Albrook Terminal. Einer riesigen Busstation, die nicht weit entfernt vom Panama Kanal lag. Wir haben uns hier den erstbesten Minibus angeschlossen um nach El Valle de Anton zu fahren. ($3,75 die Fahrt p.P.) Anfangs war der Bus noch sehr leer, aber nach einer Weile wurde er voller und voller...und voller. Irgendwann waren dann alle Plätze mehr als belegt und man hatte kaum selbst noch Platz sich zu bewegen. Gute drei Stunden dauerte die Fahrt an. Am Ende sogar bis tief in den Dschungel hinein.

Dann sind wir in den bezaubernden Ort El Valle de Anton angekommen. Ein kleines Dorf, welches in einem Vulkankrater liegt. Durch den Höhenunterschied von 600 Metern, war es hier im Krater etwas kühler, als in Panama Stadt. Wobei das für uns Europäer auch immer noch knackeheiß gewesen war.

Die Stadt Anton hatte gerade einmal eine richtige Hauptstraße. Aber dafür überall Natur pur. Ein paar Häuser und Geschäfte standen ringsherum an der Hauptstraße. Der Rest des riesigen Kraters war mit tiefen Dschungel umgeben. Die Menschen die hier auf der Hauptstraße entlang gingen, konnte man an einer Hand abzählen.


Wir machten uns zu allererst auf, zum Bodhi Hostel. Einer Unterkunft, in der ich unbedingt übernachten wollte. Und Gott sei Dank, waren dann sogar noch Betten für uns frei. Der gute Jakob, der auch aus Deutschland kam, organisierte uns zwei Betten und klärte Julian und mich auf, was es hier in Anton alles zu erleben gab. Auch eine kleine Landkarte haben wir bekommen.


Das Bodhi Hostel sah noch viel besser aus, als ich es mir auf den Fotos im Netz, hätte erträumen können. Alles war hier sehr künstlerisch und nachhaltig eingerichtet worden.




Am Abend haben wir ein paar Leute im Hostel kennengelernt.  Es war wirklich eine witzige Angelegenheit. Da fliegt man bis ans andere Ende der Welt und kommt in ein Hostel, dass fast ausschließlich von deutschen Backpackern eingenommen wurde. Ungelogen! Größtenteils traf man hier nur auf Deutsche. Gemeinsam haben wir uns noch einen schönen Abend gemacht und die meisten sind dann gegen 22 Uhr ins Bett gegangen. Julian ist direkt in der Chill Lounge beim Filme gucken eingeschlafen.

Am nächsten Morgen gingen Julian und ich zur Casa Mariposa, gleich die Straße hinunter. Jakob von der Rezeption hat gemeint, dass wir das auf jeden Fall abchecken sollten. Ein Schweizer Pärchen soll dort eine Auffangstation für Faultiere betreiben. Das wollten wir natürlich unbedingt sehen. Am Eingang der Casa Mariposa trafen wir dann auf die gute Ursula. Die Frau, die die Auffangstation betrieb. Leider waren die Faultiere noch am Schlafen. Ursula vertröstete uns damit, einfach später nochmal anzurufen und vorbeizuschauen.

Bevor wir dies allerdings taten, machten wir uns auf den Weg zu den "Chorro las Mozas"- Wasserfällen in der Nähe des Dorfes, um ein wenig im Wasser zu planschen. Das Wasser war angenehm kühlend. Jedoch musste man sich immer mal wieder nach kleinen Blutegeln absuchen. Aber die waren so klein, dass diese kaum der Rede wert waren.

Dann gingen wir den Flusslauf entlang, in dem wir gerade noch geschwommen waren, der irgendwann in einen riesigen Wasserfall endete. Überall waren Spinnen zu sehen. An jedem Baum, an jedem Zaun, an jedem Felsen. Überall hingen sie. Und nicht gerade die kleinsten Sorten. Aber was ich lernen durfte war, dass keine dieser Spinnen für den Menschen wirklich gefährlich werden konnte. Das wussten wir zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht. Verunsichert und bibbernd voller Angst, schlugen wir uns also durch den Dschungel durch, entlang des Flusses. Irgendwann kamen wir dann aber zu einem Ende, an dem überall Gefahrenschilder hingen.


Von hier aus an, war die Gefahr des Unbekannten dann doch zu groß für uns, um weiterzugehen. Julian und ich gingen also erst einmal zurück zum Hostel.

Am Nachmittag besuchten wir eine Reptilien-Farm, dem El Serpentario. Da Julian und ich planten, morgen eine richtige Dschungel-Tour in Angriff zu nehmen, wollten wir uns unbedingt ein wenig schlauer machen, über die Gefahren, die hier überall auf uns lauerten.


Vor Ort erzählte uns ein netter Mitarbeiter alles, was wir für unseren morgigen Trip wissen mussten.  Er empfahl uns, uns ein paar Gummistiefel zu besorgen. Die größten Gefahren wären hier die Krabbler, die sich in Bodennähe befinden. Aber generell sollte man vor Allem (also Schlangen, Spinnen, Fröschen, Skorpionen) einen möglichst großen Bogen machen, wenn man sich nicht sicher war. Wenn es doch mal zu einem Biss oder Stich kommt, hat man etwa 45-120 Minuten Zeit, um das örtliche Krankenhaus aufzusuchen.



Nach unserem Besuch im Reptilien-Haus gingen wir vom Hostel aus, in Richtung Casa Mariposa. Es erwartete uns ja immer noch ein Besuch bei Ursula und den Faultieren. Wir nahmen ein paar Leute aus dem Hostel mit, die ebenfalls interessiert waren, die Faultiere zu sehen. Ursula war etwas verärgert darüber, dass wir zu Fünft kamen und nicht wie angekündigt nur zu Zweit. Sie musste uns erst einmal erklären, dass die Faultiere hier auf Menschen nicht mehr so gut zu sprechen gewesen waren. In Panama werden Faultiere, aus welchem Grund auch immer, bei manchen Menschen als Gefahr angesehen und deshalb gerne mal verscheucht oder schlimmeres. Naja, uns wurde trotzdem allen das Glück zuteil, ein Faultier in Natura zu sehen.


Von Ursula konnten wir alle eine Menge lernen. Zum Beispiel, dass Faultiere Allesesser sind, was des öfteren zu Ihrem Dahinscheiden führt. Selbst der Verzehr von Bananen kann für ein Faultier schon tödlich enden. Normalerweise lernen die Tiere solche Sachen, alles bereits im Babyalter von ihren Müttern. Aber leider sterben die Mütter bei der Nahrungssuche auf Grund der Ausbreitung des Menschen immer früher, sodass sie ihr Wissen nicht mehr an ihre Folgegeneration weitergeben können.

Am Abend schauten wir in der Chill Lounge vom Bodhi Hostel noch ein wenig Netflix auf einer großen Leinwand, bis wir dann irgendwann einschliefen.

Ich bin gegen 4 Uhr in der Früh aufgestanden als noch alles schlief und habe mal ausgiebig geduscht. Die Duschen im Hostel waren alle draußen im Hinterhof, sodass ich den nächtlichen Dschungelgeräuschen beim duschen lauschen konnte. Nach der erfrischenden Dusche nahm ich mir die Zeit um ein paar Mails zu checken. Um 7 Uhr war dann Frühstückszeit. Es gab leckere Blaubeer-Pancakes und Kaffee. Fast das ganze Hostel hat gemeinsam an einem Tisch gefrühstückt, was wirklich sehr cool war. Julian hat noch etwas geschlafen, aber war dann eine Stunde später auch am Frühstückstisch.


Am Vormittag haben Julian und ich uns einer kleinen Gruppe von Backpackern angeschlossen, für eine Wandertour auf den Kraterrand. Mit am Start waren Astrid, Britta, Valentin und die gute Camille aus Toulouse. Einzige dabei, die nicht aus Deutschland kam.

Zu Sechst sind wir dann also losgezogen. Unser erstes Ziel war das "Sleeping Indian Girl", eine Felskette vom Kraterrand, die von weiten aussah, wie eine schlafende Frau. Die Wanderung bis auf den Krater hat sich als sehr anstrengend erwiesen. Wir mussten, um dort hoch zu kommen, viele Steilpässe überwinden, entlang auf stets unebenen Terrain. Nichtsdestotrotz war unser Weg zum Gipfel unglaublich schön. Neben Wasserfällen und riesigen, tropischen Bäumen gab es hier auch alte Felsmalereien zu erkunden.


Als wir dann endlich alle auf dem Kraterrand standen, mussten wir erst einmal Schlucken. Die Aussicht auf das Tal war atemberaubend schön. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass hinter dem Krater mehr Dschungel auf uns wartete, doch dem war nicht so. Eine weite Graslandschaft erstreckte sich um den gesamten Vulkan herum, was wirklich eine angenehme Abwechslung darstellte.




Nach einer langen Wanderung auf dem Krater, verabschiedeten sich Valentin, Camille und Astrid vom Rest von uns. Sie wollten noch den örtlichen Zoo besuchen. Britta, Julian und ich sind noch ein wenig weiter gewandert. Nach noch einmal einer ganz schön langen Strecke, mussten wir auch so langsam die Heimkehr antreten. Es ging uns nämlich unser Wasser aus und wir waren noch immer mitten im Nirgendwo. Britta fand einen, anscheinend nicht sehr oft benutzten Dschungelpfad, auf dem wir dann unsere Heimreise angetreten sind. Doch dann oh Graus, waren plötzlich überall Spinnen um uns herum. Julian und ich haben eine leichte Panik geschoben, während Britta ganz cool geblieben ist und uns vornan den Weg, mit einem Stock von Spinnengewebe befreit hat.


Nachdem wir das Gröbste endlich hinter uns hatten und wieder auf einer festen Straße gewesen waren, gingen wir noch einmal zu den Wasserfällen, um eine Runde zu schwimmen. Das war dann auch die absolute Wohltat des Tages. Wir haben etwa 20km zurückgelegt auf unterschiedlichsten Höhenmetern. Und ich hatte allen Übel nur meine Feiyue Schuhe angehabt. Dementsprechend geschunden sahen danach auch meine Füße aus. Das kalte Wasser verhalf mir aber dabei, mich danach wie neugeboren gefühlt zu haben.

Wieder zurück im Bodhi Hostel waren wir Sechs dann auch alle wieder vereint und sind einkaufen gegangen. Valentin wollte unbedingt Spaghetti Bolognese zum Abendessen machen, woraufhin Julian und ich uns dazu angeschlossen haben. Als wir dann wieder zurück zu Hause waren, ging es auch gleich ans Kochen.


Nach dem köstlichen Mahl, haben wir den Abend dann gemütlich mit ein paar Geschichten ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen haben wir alle um 7 Uhr noch einmal gemeinsam gefrühstückt. Diesmal war die gute Odile, aus Wuppertal auch mit dabei. Ich hatte noch eine große Wassermelone im Kühlschrank, die ich am Vortag gekauft hatte. Ich habe sie aufgeschnitten und für die Gemeinde, mit an den Frühstückstisch gestellt.

Dann trennten sich irgendwann unsere Wege. Julian und ich setzten unsere Reise fort, weiter in Richtung Boquete. Die Anderen sind nach Las Urvas gefahren. Einzig Odile blieb noch in El Valle, da sie ja gerade erst angekommen war und noch nicht die Gelegenheit hatte, sich alles anzuschauen. Wir nahmen uns vor, uns dann alle auf der Insel Bocas del Toro wiederzusehen.

Am frühen Nachmittag fuhren Julian und ich mit einem Minibus zurück zur Bushaltestelle von Las Urvas. Der Fahrer dorthin gab sich alle Mühe so zu fahren, dass mir speiübel wurde und ich mich übergeben musste. Gott sei Dank hatte ich Reisetabletten mit dabei gehabt, sodass ich mich irgendwie wieder fangen konnte. Trotzdem drehte sich noch immer alles in meinem Kopf. Ich küsste den Boden unter meinen Füßen, als wir endlich in Las Urvas waren. Von hier aus an, so war zumindest der Plan, ging es dann mit einem richtigen Bus weiter für uns, bis nach David. Einer kleinen Hauptstadt inmitten vom Dschungel. Leider raste genau diese Buslinie nach David immer wieder, mehrmals an uns vorbei. Man musste hier wohl sehr schnell aufspringen, wenn man die Busse nehmen wollte. Wir beschlossen erst einmal den Bus nach Santiago zu nehmen und von dort aus dann irgendwie nach David zu kommen. Von Santiago aus, sind wir dann mit einem Express, welcher natürlich verhältnismäßig teurer war, nach David gefahren. In David angekommen, hatten wir auch endlich mal wieder etwas mehr Glück. Wir bekamen sofort den Anschlussbus nach Boquete, unserem eigentlichen Ausgangsziel des Tages.

Die Fahrt nach Boquete dauerte sehr lange und durch die Klimaanlage, die Anfangs noch ein wahrer Segen war, wurde mir mit der Zeit immer kälter und kälter. Ich hatte auch leider keine wirkliche Jacke oder Pulli mit eingepackt, was ich spätestens jetzt bereute. Doch es sollte noch schlimmer kommen. Spät Abends um 23:30 Uhr in Boquete angekommen…Regen! Das hatte ich nun wirklich nicht erwartet. Verzweifelt liefen wir die Straßen rauf und herunter, auf der Suche nach einem Hostel, welches noch offen hatte. Unterwegs trafen wir auf zwei Mädels, die uns zu einem Hostel in der Nähe der Bushaltestelle, an der wir ausgestiegen waren, gebracht haben. Hostel Mamalena. Zu dem vorherigen zwei Hostels, die wir bezogen, sah dies hier alles etwas mehr heruntergekommen aus. Aber trotzdem, es war warm und wir konnten zwei Betten für die Nacht beziehen.



Morgens sind wir bereits gegen 6:30 Uhr aufgestanden. Der Plan war es heute den Quetzal Trail, hier in der Nähe von Boquete zu wandern. Beim Duschen merkte ich, dass ich eine Zecke auf dem Kopf hatte. Nachdem ich Julian damit beauftragt hatte, sie mir mit einer Pinzette herauszuziehen, war die Zecke jedoch spurlos verschwunden. Die Zecken in Panama müssen sehr intelligent sein. *hust*

Kurz vor 10 Uhr haben wir uns ein Taxi genommen, mit dem wir dann zum Trail gefahren sind. Wir wurden vom Fahrer glaube ich etwas abgezogen. Wir haben nämlich $10 bezahlt, für eine Fahrt von nicht einmal einer Viertelstunde. Der Quetzal Trail hat dann nochmal $5 p.P. gekostet, was definitiv in Ordnung war. Dafür haben wir auch einiges gesehen. Der Dschungelboden war hier allerdings vom Regen, von gestern Nacht, so aufgeweicht, dass wir auf dem Weg vielen Matschgruben ausweichen mussten.

Der Trail war sehr anspruchsvoll für uns, da er vor allem immer steiler und steiler wurde. Irgendwann waren wir so aus der Puste, dass wir einfach Halt machen mussten. Wo wir Anfangs noch erfurchtgebietend und sorgsam einen Schritt nach dem anderen gesetzt hatten, um vor möglichen Krabblern rechtzeitig ausweichen zu können, sind wir nun auf Grund der Erschöpfung einfach durchgestratzt, nur das Ziel vor Augen. Um 10 Uhr sind wir gestartet und um 13:30 Uhr waren wir dann endlich auf dem höchsten Punkt, dem View Point vom Quetzal Trail. Luftlinie, haben wir vielleicht um die fünf Kilometer Strecke zurückgelegt, allerdings wenn man das brutale Terrain dazurechnet, kommt man da auf wesentlich mehr Strecke. Mein iPhone hat mir angezeigt, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt 254 „Stockwerke“ erklommen hatten. Man kann sich also dementsprechend die Höhenmeter ganz gut selbst ausrechnen. Und das wohl gemerkt über Stock und Stein. Der Abstieg war um einiges angenehmer. Wir sind regelrecht hinuntergeflogen und um 15:30 Uhr waren wir dann auch bereits zurück beim Ausgangspunkt. Insgesamt waren Julian und ich auf dem Trail dann gut 20 Kilometer unterwegs gewesen. Vom Trail aus wurden wir dann von einer einheimischen Fahrgemeinschaft für $6 zurück in die Stadt gebracht. Den Rest zum Hostel sind wir dann zu Fuß gegangen.

Nach dem Quetzal Trail hatten wir unglaublichen Hunger bekommen, weshalb wir uns im Supermarkt ein paar Zutaten für ein paar Burger gekauft hatten. Diese haben wir uns dann im Hostel zubereitet und verspeist. Was man gar nicht glauben konnte war, dass Panama ein wirklich teures Land für uns Touris werden konnte. Als Beispiel, eine 2 Liter Flasche Wasser kostete $2, ein Pfund Mehl ebenso $2. Schokoriegel einzeln verpackt, hat man kaum unter $1 bekommen, hier in Boquete. Letztlich hat unser Geld aber trotzdem ausgereicht um an dem Abend gesättigt und glücklich ins Bett zu gehen.

Am Folgetag hatten Julian und ich dann den Plan weiterzureisen, nach Bocas del Toro. Julian hatte sich am Vortag schon einmal erkundigt, ob es vom Hostel aus, eine Transfermöglichkeit gab. Die gab es tatsächlich, doch viel Versprechen konnte man uns leider an der Rezeption nicht, da alle Plätze bereits belegt waren. Glücklicherweise ist dann später ein älteres Ehepaar für den kommenden Transfer abgesprungen, sodass wir doch noch zwei Plätze ergattern konnten. Schon morgens um 7:30 Uhr ging es dann auch schon los zur Insel, Bocas del Toro.


Wir hatten erst einmal eine lange Busfahrt vor uns. Dafür entwickelte sich diese allerdings zu der bis dato, wohl schönsten Busfahrt meines Lebens. Die Landschaften an der wir vorbei fuhren, waren wieder einmal überwältigend. Sogar einen riesigen Regenbogen haben wir sehen können. Unterwegs machte ich dann Bekanntschaft mit dem guten Dave aus New York und seiner Frau. Wir hatten Beide Bücher des selbigen Autors, Dan Millman mit dabei. Dave strahlte die ganze Fahrt über und hat alle Anderen mit seinem Lächeln angesteckt. An Raststätten hat er überall Trinkgelder verteilt und beim verladen des Gepäcks hat er auch immer kräftig mit angepackt. Ein waschechter friedvoller Krieger eben, so wie er im Buche steht!

Gegen Mittag sind wir dann am Meer angekommen. Von dort aus ging es mit einem Schnellboot weiter in Richtung der Insel, Bocas del Toro. Das Boot war wahnsinnig schnell und als es erst einmal in Gang gekommen war, peitschte es einem das Wasser auch nur noch so um die Ohren, wenn man es gewagt hatte, seinen Kopf zu weit über den Rand des Bootes hinauszustrecken. Unterwegs hatte ich die Gelegenheit noch ein wenig mit Dave zu reden. Er sagte, dass seine Frau Krebs hatte bzw. immer noch hat und er sich jetzt einfach nur noch mit ihr, ein schönes Leben machen wollte. Die Beiden sind nun viel am Reisen und am Entdecken, so wie es schon zuvor immer ihr Wunschtraum gewesen war.


Sicher auf Bocas angelangt, checkten wir in das Hostel Selina ein. Eine sehr gute Wahl, wie sich herausgestellt hatte. Leider hatte ein 4-Bett Zimmer dort auch so seinen Preis. $25 pro Nase für eine Nacht, so war der Deal. Diese eine Nacht haben wir dann Spaßeshalber genommen, aber für die Folgenächte haben wir dann auf ein 8-Bett Zimmer, für je $20 die Nacht heruntergestuft.



Schnell fiel auf, dass Bocas des Toro eine ziemliche Partyinsel war. Auch definitiv noch einen Tick teurer war es hier, als auf dem Festland. Wir haben uns jeder einen Burger mit Pommes für je $6 gegönnt und danach noch jeder einen ultraleckeren Schaschlikspieß von einem Straßenstand, für $2.


Nach dem Essen klapperten Julian und ich noch ein wenig die Insel ab. Hier gab es leider auch überall Slums und Armut mitzuerleben. Wobei man sicherlich auch richtig differenzieren muss. Panama ist ja nun mal ein Entwicklungsland. Der Standard ist hier anders, als in anderen Ländern. Als wir die Inselzunge weitestgehend erforscht hatten, gingen wir so langsam wieder zurück zum Hostel. Es fing auch bereits leicht an zu nieseln. Die Nacht hindurch hat es dann richtig gestürmt.

Am nächsten Morgen bin ich dann etwas früher, um 5 Uhr aufgestanden um joggen zu gehen. Die Feuerwehrmänner waren auch bereits wach und schon fleißig dabei, ihren Feuerwehrwagen auf Vordermann zu bringen. Ansonsten waren die Straßen allerdings noch sehr leer.

Um 7 Uhr haben Julian und ich dann gefrühstückt. Es gab die einzig wahren Cap'n Crunch Cornflakes. Nachdem wir dann in das 8-Bett Zimmer eingecheckt und noch ein paar Erledigungen gemacht hatten, wie z.B. unsere Wäsche im Waschbecken unseres Zimmers zu waschen, haben wir uns zwei alte Fahrräder gemietet und sind dann an der Küste nordöstlich hoch, bis zum Playa Bluff Beach gefahren.

Unsere Fahrräder waren eine echte Qual. Erst einmal waren sie viel zu klein für uns und zu allem Übel hatten die Fahrräder null Federung. An die Rücktrittbremse musste man sich ebenso erst einmal gewöhnen. Das hat uns allerdings nicht von unserer Tour abgehalten. Als wir aus dem städtischen Teil der Insel raus waren, ging es dann die Küste entlang, an weißen Sandstränden. Die Wellen des Meeres preschten nur so gegen die Küste. Teilweise waren diese sogar vier bis fünf Meter hoch.

Nach einer Weile Fahrt auf unseren Drahteseln wurde das Gelände immer anspruchsvoller. Was sich schnell von einer betonierten Straße zu einem Schotterweg entwickelte, wurde nun zu einer Straße die komplett aus feinem Sand bestand. Es hieß hier also vom Fahrrad absteigen. Irgendwann erreichten wir dann den Playa Bluff Beach. Ein weißer Sandstrand mit meterhohen Wellengang. Es sah zuerst so aus, als hätte man hier gar nicht schwimmen können, Julian und ich haben uns trotzdem ins Wasser gewagt und wurden von den Wellen, immer wieder auf's neue, nur so umgehauen. Die Kräfte der Natur waren hier gewaltig am rotieren. Irgendwann ging es dann aber doch wieder nach Hause. Julian ging es auch gar nicht mehr so gut. Vermutlich hatte er einen leichten Sonnenstich abbekommen. Es war also an der Zeit wieder zurückzufahren.

Als wir wieder zurück waren, fiel mir auf, dass ich mein Fahrradlicht verloren hatte. Das hat mich dann zu den $10 p.P. für das Ausleihen der Fahrräder, noch einmal $5 extra gekostet. Wieder zurück zu Hause sind wir dann nochmal ins Meer gesprungen. Das Hostel Selina hatte einen wunderbaren Eingang ans Meer, welchen wir so oft, wie nur Möglich nutzen wollten. Am Abend haben wir dann noch etwas an der Bar am Meer gechillt, haben etwas gelesen und sind dann irgendwann ins Bett gegangen.


Am Folgetag bin ich wieder einmal etwas früher aufgewacht und habe die Zeit genutzt um mein Buch weiterzulesen. Später sind dann Julian und ich runter zum Strand und haben an einem verlassenen Steg trainiert.



Gegen Mittag waren wir dann wieder in der Stadt zurück. Wir haben einen Haufen Lebensmittel eingekauft. Hauptsächlich allerdings nur ungesundes Zeug. Mir kam es so vor, als ob wir uns nur noch von Pringles ernährt haben. Mein schlechtes Gewissen hat mich dann trotzdem immer mal überredet ein Stück von dem überteuerten Obst zu kaufen. Den Rest des Tages war absolute Entspannung angesagt. Wir haben uns in die Sonne gefläzt...ein bisschen gelesen und Abends wollten wir dann noch in dem Kinoraum vom Hostel einen Film schauen. Was sich leider als Flop herausgestellt hatte. Bis auf haufenweise DVD-Hüllen waren nämlich kaum noch Filme am Start. Daraufhin haben wir dann einen Terrence Hill Film auf meinem Handy geschaut, bevor wir Schlafen gegangen sind.

Am nächsten Morgen wollten Julian und ich einen Trip vom Hostel aus, für den Folgetag mieten. Wir wollten gern die Fledermaus-Höhlen sehen. Allerdings mussten sich noch weitere Leute dafür anmelden, sodass ein Trip überhaupt stattfinden konnte, denn bislang waren wir die einzigen auf der Liste. Wir hofften also auf etwas Glück. Für heute hatten wir uns dann ein Doppelkajak für vier Stunden gemietet und sind damit ein wenig über's Meer gefahren. Der Wellengang hatte uns dabei immer mal wieder fast das Kajak umgehauen. So weit ließen wir es dann aber doch nie kommen. Wir fanden ein paar unglaublich schöne, verlassene Strände auf den Nachbarinseln. Als die vier Stunden abgelaufen waren, brachten wir das Kajak zurück und aßen im Hostel zwei leckere Burger. Anschließend gingen wir in die Stadt, um ein paar Insel-Souvenirs zu kaufen.


Abends haben wir uns noch einen Film reingezogen und sind dann irgendwann weggeknackt.

Das mit den Fledermaus-Höhlen kam am heutigen Tag leider nicht zustande, da wir immer noch die einzigen waren, die sich auf der Liste für den Trip eingetragen hatten. Stattdessen haben Julian und ich uns zwei richtige Mountainbikes günstig gemietet. (insgesamt $15 für 2 Bikes für 5 Stunden) Mit den Bikes sind wir diesmal die Insel dann nicht östlich, sondern westlich hochgefahren, zum Drago Beach. Die Straße war hier fast ausschließlich asphaltiert, sodass wir ordentlich Gas geben konnten. Es ging rauf und wieder runter, immer im Wechsel.  Zur Linken und zur Rechten nur Dschungel. So hat das Fahrradfahren wirklich Laune gemacht.


Nach etwa 18 Kilometern sind wir am Drago Beach angelangt. Das Meer war hier so klar und der Strand so Weiß, wie ich es noch nirgendwo anders erlebt hatte.


Vor Ort war auch ein super Restaurant, welches frischgefangenen Fisch angeboten hatte. Ich entschied mich für ein superleckeres Thunfisch Steak, mit angemachten Reis und Zwiebeln in einer Citrussauce. Das ganze hat mich gerade einmal $8 gekostet.


Als wir wieder zurück zu Hause waren, mussten wir wieder ein paar Klamotten waschen und haben am Abend dann wieder fröhlich auf der Terasse vom Hostel gechillt. Bevor wir allerdings schlafen gehen konnten, mussten wir uns noch einen Transfer zurück nach Panama City, für den morgigen Tag organisieren.

Gegen 7:30 Uhr aufgewacht und dann ein bisschen durch die Stadt geschlendert und für die Busfahrt  Lebensmittel eingekauft. Nachdem wir im Hostel Selina dann ausgecheckt hatten, entspannten Julian und ich uns noch etwas am Pool und haben die Zeit genutzt, um noch einmal ins Wasser zu springen. Zwischenzeitlich haben wir uns noch dran gesetzt und haben eine Busfahrt von Frankfurt nach Hannover, für die nächste Woche gebucht.

Gegen 17 Uhr ging es dann mit dem Taxiboot zurück auf's Festland und etwa eine Stunde später setzten wir unsere Reise mit einem Nachtbus zurück nach Panama City fort. Julian und ich dachten zuerst, dass wir die besten Sitzplätze im Bus abgreifen konnten, doch dann musste uns schnell klar werden, dass es in dem Bus Sitzplatzreservierungen gab.


Die Fahrt war wieder einmal arschkalt. Mir gelang es allerdings trotzdem irgendwann, wenigstens ein bisschen Schlaf abzugreifen.

Um 4:15 Uhr, mitten in der Nacht waren Julian und ich dann zurück an der Albrook Station, in Panama City. Da das Luna's Castle, wo wir bereits davor schon waren, leider voll war, nahmen wir uns ein Gemeinschaftszimmer im "Casco Viejo Hospedaje" Hostel ($12 die Nacht p.P.), ein paar Straßen weiter, von Luna's Castle.


Nach einer langen, kalten Dusche und einem guten Frühstück aus Pancakes und Bananen, fuhren wir mit einem Taxi an die Calzada de Amador, einem Damm der am südlichen Eingang des Panamakanals liegt und gingen dort ein wenig spazieren. Von hier aus hatte man den wohl besten Blick auf die Skyline von Panama Stadt.


Am Ende des Dammwegs gab es noch einen Duty Free Shop, wo wir noch ein wenig shoppen gewesen waren. Auf dem Rückweg zum Hostel haben wir uns dann irgendwann ein Taxi dafür genommen und nur $5 bezahlt.

Am Abend sind wir nochmal raus gegangen und haben in einem kleinen Laden eine Entenkeule mit Reis und Linsen gegessen. Hier haben wir Bekanntschaft mit einem coolen, einheimischen Dude gemacht, der vielleicht ein bisschen durchgeknallt, aber im Grunde doch ein anständiger Typ war. Julian und ich beschlossen ein wenig die Slums von Panama zu durchforsten und kamen irgendwann an ein paar Kanalruinen, wo überall Spritzen lagen und Menschen kiffend in den Ecken saßen. Nicht weit von diesem Schauplatz entfernt, sahen wir eine riesige Spinne, in die ich fast hineingelaufen wäre. Irgendwann ging es dann zurück ins Hostel zum Schlafen.

Am morgigen Tag ging es dann mal wieder früh los. Diesmal zum Metropolitan National Park. Einem Dschungelgebiet mitten in der Hauptstadt von Panama. (Eintritt $4 p.P.) Der Park hatte einen, mit einem Kiesfeld, geebneten Gehweg und bot einen Berg, auf dem man von der Spitze aus, eine fast 360 Grad Rundumsicht auf Panama City hatte.


Bis auf ein paar Ameisenspuren, Schildkröten und einer Schmetterlingsfarm gab es hier allerdings sonst nichts zu sehen. Die Flora des Parks war eher ausgetrocknet und verdorrt. Das Taxi zum Park kostete uns übrigens lächerliche $15. Der Fahrer meinte noch zu mir, dass dies feste Tarifpreise seien die bei allen Taxis gleich wären. Naja, als wir den Park abgeklappert hatten, haben wir versucht zu Fuß, zurück nach Hause zu gelangen. Dabei sind wir in eine hübsche kleine Wohnsiedlung abgedriftet. Hier hätte man sich selbst auch als Europäer vorstellen können zu wohnen. Von der Wohnsiedlung aus, ging es allerdings nicht weiter, weshalb wir wieder ein ganzes Stück zurückgehen mussten. Irgendwann, nicht weit vom Metropolitan National Park entfernt, kamen wir dann an der Albrook Mall an. Der größten Einkaufsmeile von Panama City. Hier gab es alles was das Herz begehrte. Wir aßen hier zu Mittag und kauften auch noch ein paar Kleinigkeiten für den Abend ein.


Von der Albrook Mal ging es dann gerade einmal für $5, also nur einem Drittel, was wir für die Fahrt zum Park bezahlt hatten, zurück zum Hostel. Hier haben wir dann auch nichts weiter unternommen.

Heute war leider bereits unser Tag der Abreise. Nach unserem letzten Frühstück genossen wir noch ein wenig den warmen Morgen, draußen an der frischen Luft und trainierten ein wenig. Julian und ich hatten immer noch einen Haufen Zeit bis zum Flug, also gingen wir zurück in Luna's Castle und hauten uns im Eingangsbereich, in die Hängematten. Dann gab es plötzlich ein kleines Erdbeben von etwa fünf Sekunden. Alle Leute im Hostel schreckten kurz auf. Meine erste Reaktion war, dass ein riesiger Lastwagen oder Ähnliches gegen die Hauswand gefahren sein muss, dann habe ich aber schnell für mich realisiert, dass das ein Erdbeben war. "Wow, ein unglaubliches Erlebnis hat sich mir offenbart", dachte ich mir nur so. Ich weiß leider auch gar nicht wie ich das mit Worten beschreiben soll. Es schüttelt alles und jeden auf einmal komplett durch und man kann die Naturgewalten förmlich in einem selbst spüren. Auf jeden Fall eine tolle Erfahrung. Als sich alle wieder beruhigt hatten, brachen Julian und ich dann auch so langsam wieder auf und nahmen uns ein Taxi zum Airport. Mitten in der Rush Hour. Den Vomex-Tabletten sei Dank, überlebte ich die knapp eineinhalbstündige Fahrt, ohne ein großes Fiasko. Der Fahrer versuchte uns auf Spanisch ein wenig über die Stadt zu erzählen. Leider konnten weder Julian und ich kaum ein Wort verstehen. Irgendwie hatte man sich bei dem ein oder anderen Thema dann aber doch verständigen können.

Bald waren wir dann auch endlich am Flughafen. Ein Glück, dass wir so früh losgefahren sind, sonst hätten wir womöglich noch den Flieger verpasst. Viel Zeit hatten wir nämlich nun nicht mehr, bevor unser Flug losging. Am Check Inn wurde mir meine stumpfe Pinzette von einem Sicherheitsbeamten abgenommen. Verstehe wer will! - Nach einer kleinen Diskussion mussten der Beamte und ich dann aber beide nur über die Sicherheitsstandards lachen.

Der weitere Flugverlauf verlief sehr ordentlich. Pünktlich um 18:45 Uhr gestartet und auch pünktlich um 11:35 Uhr am Folgetag in Frankfurt angekommen. Eigentlich hatten wir noch einen Weiterflug nach Luxemburg vor uns. Die überflüssige Weiterreise haben Julian und ich uns allerdings gespart. Nur mit Handgepäck zu Reisen hat definitiv etwas für sich!

Der Check Out in Frankfurt verlief vollkommen elektronisch und ohne jeglichen Kontakt zu Sicherheits- oder Servicepersonal. Die Kälte machte sich, wie auf der Hinreise auch, sofort bei uns beiden breit, als wir die Tore des Flughafens verlassen hatten. Nachdem wir dann am Frankfurter Bahnhof waren, holten wir uns eine Kleinigkeit zu Essen in einem naheliegenden Supermarkt. Julian vertrieb sich die Zeit mit Klavierspielen an einem Klavier, dass in der Haupthalle des Frankfurter Bahnhofs aufgebaut wurde.


Dann sind wir am Nachmittag mit der deutschen Bahn nach Hannover zurückgefahren und waren dann pünktlich um 18 Uhr glücklich aber etwas durchgefroren, zurück in H-Town.


Fazit der Reise: Ich habe für mich festgestellt, dass zwei Wochen für so einen Trip einfach nicht ausreichend sind. Ich wäre gerne noch viel länger geblieben, hätte mir an manchen Orten viel mehr Zeit gelassen und hätte den Süden von Panama auch noch gerne sehen wollen. Für Julian und mich war die Reise aus diesem Grund immer mal wieder mit ziemlichen Stress verbunden. Aber alles in Allem würde ich es immer wieder machen. Auch wenn ich nur zwei Wochen Zeit hätte. An dieser Stelle kann ich auch jedem nur Wärmstens ans Herz legen, eine Reise nach Panama bzw. generell Zentral- und Südamerika anzutreten, wenn sich die Möglichkeit anbietet. Die Kultur ist sehr aufgeschlossen und auch wenn man die Landessprache nicht spricht, kommt man trotzdem immer irgendwie durch. Davon sollte man sich also wirklich in keiner Weise abhalten lassen.

Danke für's Lesen (...oder einfach nur durchblättern)

- Dome

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